Plötzlicher Herztod im Sport

10. Februar 2011
Author: admin

[Gastartikel]
Immer wieder kommt es im Spitzensport – sowohl während als auch nach körperlicher Anstrengung – zu unvorhersehbarem Herzversagen mit Todesfolge. Viele namhafte Athletinnen und Athleten wie z.B. die US-amerikanische Leichtathletin Florence Griffith-Joyner, der deutsche Eiskunstläufer Heiko Fischer oder der österreichische Fußball-Nationalspieler Bruno Pezzey schieden auf diese tragische Weise aus dem Leben. Was sind mögliche Ursachen für den plötzlichen Herztod von Sportlern und wie kann man diesen verhindern?

Mögliche Ursachen für plötzliches Herzversagen bei Sportlern

In den meisten Fällen könnte die Ursache für das plötzliche Herzversagen bei Sportlern ein Herzfehler gewesen sein. Darunter verstehen Experten eine angeborene Struktur-bzw. Funktionsanomalie des Herzens oder der angrenzenden Gefäße, die zu Funktionseinschränkungen des Herz-Kreislaufsystems oder des Herz-Lungen-Systems führen. Gerade bei starker sportlicher Belastung über einen längeren Zeitraum – was bei Leistungssportlern bzw. Sportprofis üblich ist, können diese zum Tod führen. Egal, ob ein nicht entdeckter angeborener Herzfehler, eine durch Viren bzw. Bakterien hervorgerufene Herzmuskelentzündung, krankhafte Veränderungen des Herzens, Störungen in der Erregungsleitung oder Doping – all diese Faktoren können im Zusammenhang mit der Überbelastung für den Zusammenbruch des Sportlers verantwortlich sein.

Anhand einer Autopsiestudie, an der 84 mitteleuropäische Pathologie-Institute teilnahmen, konnten folgende Daten gewonnen werden: Bei Athleten unter dem 35. Lebensjahr sind die plötzlichen Todesfälle zu etwa 40 Prozent einer koronaren Herzkrankheit zuzuschreiben und zu über 30 Prozent Folge einer meist unbemerkten Herzmuskelentzündung. Bei allen über 35-Jährigen dominierte mit etwa 80 Prozent die koronare Herzerkrankung.
In Italien sind seit mehr als 25 Jahren Herzuntersuchungen von Spitzensportlern vor den Wettkämpfen vorgeschrieben. Dort ergab eine Studie, dass Spitzensportler im Vergleich zu ihren Freizeitkollegen ein 2,5-fach höheres Risiko haben, an einem plötzlichen Herztod zu sterben. Außerdem spielten bei einem Drittel der Fälle Herzmuskelveränderungen eine Rolle.

Verhinderung durch Prävention

Um die in den letzten Jahren stark steigende Zahl plötzlichen Herzversagens bei Sportlern besser in den Griff zu bekommen, wurden zahlreiche Projekte ins Leben gerufen. So versuchen mittlerweile viele deutsche Fußballvereine ihre Spieler regelmäßig auf Anfälligkeiten hin medizinisch zu untersuchen. Besonders nennenswert ist hier der Bund deutscher Fußball-Lehrer (BDFL), welcher 2004 einen internationalen Trainerkongress (ITK) zum sogenannten Plötzlichen Herztod beim Bundesliga-Fußball ausrichtete. Ziel war es, die ca. 600 Teilnehmer – darunter 40 Trainer aus zwanzig Ländern, durch medizinische Vorträge auf mögliche Ursachen und präventive Maßnahmen zu schulen.

Obwohl das plötzliche Herzversagen im Sport sicherlich nicht generell verhindert werden kann, haben jedoch die regelmäßigen sportmedizinischen Untersuchungen große Bedeutung bei der Vorbeugung. ( Text: H.Trach)

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